Brückenbau

K r o b a t i n k a s e r n e Führungsunterstützungsbataillon 2 St. Johann im Pongau
   

Pioniere schlagen Brücke zur Bevölkerung

Die eingeschlagenen Piloten bereit zum Abbinden

Ein Bericht der Redaktion Militärkommando Salzburg
St. Johann im Pongau, 15. Oktober 2005 - "Wasserwärts, zu gleich!" Mit diesem Kommando von Offiziersstellvertreter Robert Zaufl wird die D-Brücke über die Salzach Zentimeterweise eingeschoben. Brückenbau ist auch im Computerzeitalter solide Handarbeit, die Kraft, Geschicklichkeit und Teamarbeit erfordert. Die Soldaten des Salzburger Pionierbataillons 2 aus der Schwarzenberg-Kaserne haben es abermals geschafft, eine Brücke zur Bevölkerung zu schlagen.
Über 60 Soldaten des Bataillons arbeiteten unermüdlich am Bau des Überganges. Seit 12. September liefen die Planungen, Vorarbeiten und der Bau auf Hochtouren, um die D-Brücke als Ersatz für die so genannte Einödbrücke einschieben zu können.

 

Die Dieselrampe der deutschen Bundeswehr



Besondere Bauweise

Mit über 73 Metern Länge ruht die 24-Felder-Brücke auf zwei doppelwandigen Jochen, die auch noch durch Eisbrecher geschützt werden mussten. Wie schwierig dieses Unterfangen wirklich war, erläutert Hauptmann Erwin Wirnsberger, Kompaniekommandant und Leiter der Baustelle: "Die Brückenlager an den beiden Ufern haben eine unterschiedliche Höhe. Das heißt, wir mussten in der Planung und Durchführung auch zwei verschieden hohe Brückenlager auf den Jochen berücksichtigen." Die einspurig befahrbare, mit Asphalt gedeckte Brücke trägt nun Fahrzeuge mit bis zu 16 Tonnen Gewicht.

 

Kraft ...

Da eine dringend benötigte Dieselramme wegen eines technischen Defekts nicht voll einsatzfähig war, leisteten Kameraden der deutschen Bundeswehr schnell und unbürokratisch Hilfe. Von der Pionierschule der Bundeswehr, genauer gesagt von der Abteilung Fachschule Hochbautechnik, kam kurzerhand eine Ersatzramme. Und die Piloten konnten zügig in das Flussbett geschlagen werden. Die Wassertiefe der Salzach betrug immerhin bis zu 3,5 Meter.

 

Die Pioniertaucher bei ihrer schwierigen Arbeit



Pioniertaucher im Einsatz

Auch Spezialisten waren für den Bau dieser Brücke notwendig. Das Ausrichten der Piloten und das Abbinden der Joche unter Wasser und viele weitere Arbeiten konnten nur von speziell ausgebildeten Pioniertauchern erledigt werden. "Im 8 bis 10 Grad kalten Wasser der Salzach verliert sich schnell die Karibik-Tauchromantik", merkte einer der Pioniertaucher dazu an, bevor er sich in den reißenden Fluss begab.
Strömungsgeschwindigkeiten von 0,8 bis 1,6 Metern pro Sekunde erschwerten den Tauchern ihre Aufgabe zusätzlich. Durch den Einsatz eines hydraulischen Aggregates konnten sie unter Wasser auch bohren und sägen. Aus Sicherheitsgründen konnten die Spezialisten nicht mit Seilen an ihren Unterwasserarbeitsplätzen fixiert werden. Das hätte bei Problemen mit der Sauerstoffversorgung ein schnelles Auftauchen verhindert.

 

'Wasserwärts, zu gleich!'



Zusammenarbeit

Da die Salzach während der Bauarbeiten mehrmals Hochwasser führte, war die Zusammenarbeit mit zivilen Stellen besonders wichtig. So senkte die Kraftwerks-Gesellschaft mehrmals den Wasserpegel, um Arbeiten an den Piloten zu ermöglichen. Auch die Fließgeschwindigkeit des Wassers wurde durch Regulierungen an den Staustufen in einem erträglichen Bereich gehalten.
Im Normalfall ist das gesamte Material der D-Brücke in einem Katastrophenlager des Landes Salzburg eingelagert. Im Zuge der Bauarbeiten musste aber auch ein Lagerplatz vor Ort gefunden werden. Hier sprang die Firma C+C WEDL hilfreich ein: Auf den Parkplätzen des Unternehmens konnten die Brückenteile zwischengelagert und für den Einbau vorbereitet werden.

 

Die neue Brücke ist fertig



"Ohne Mampf kein Kampf"

Die Versorgung der Soldaten aus Salzburg übernahm das Heeresfernmelderegiment in der Krobatin-Kaserne, die beinahe direkt an der Brückenbaustelle liegt. Vizeleutnant Josef Jonach brachte den Soldaten täglich ihre heiß begehrte "Pionierjause". Die Pioniere setzten die zusätzlichen Kalorien dann ohne Verzögerung in Arbeitskraft um.

Pionierbrückenfest

Beim Brückenfest am 14. Oktober wurde der neue Übergang in einem feierlichen Festakt an die Stadtgemeinde St. Johann übergeben. Bürgermeister Günther Mitterer lobte dabei die professionelle Arbeit der Pioniere und überreichte dem Kommandanten Oberstleutnant Josef Schnöll ein kleines Dankeschön. Getreu dem Motto "Schützen und helfen wo andere nicht mehr können" leistete das Pionierbataillon 2 einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Bewegungsfreiheit der Salzburger Bevölkerung.

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